Neuverzinnung stark oxidierter Kontakte

Das Wiederverzinnen oxidierter Anschlussflächen, auch „Refreshing“ genannt, ist insbesondere bei kostenintensiven oder nicht mehr lieferbaren (obsoleten) Komponenten von Bedeutung. Durch lange Lagerung weisen diese Bauteile oft eine fortgeschrittene Oxidation auf, die die Lötbarkeit erheblich beeinträchtigt.

Zur Wiederherstellung der Benetzbarkeit werden die Pins oder Anschlüsse der betroffenen Komponenten in ein Lotbad überführt. Der Prozess erfolgt unter Verwendung geeigneter Flussmittel, die die Oxidschichten auflösen und eine gleichmäßige Neubeschichtung ermöglichen. Durch eine gezielte Vorwärmung der Bauteile vor dem Eintauchen werden thermisch bedingte Spannungen verhindert und die Komponenten vor Schäden geschützt.

Eigenschaften:

  • Nach der Verzinnung werden die physische Integrität des Gehäuses und die Geometrie der Anschlüsse kontrolliert und bei Bedarf korrigiert. Der gesamte Vorgang kann sowohl manuell als auch vollautomatisiert durchgeführt werden, wobei stets der Standard GEIA-STD-0006 eingehalten wird.
  • Die Prozesssicherheit wird durch eine stichprobenbasierte Messung der dynamischen Benetzungsfähigkeit nachgewiesen. Dafür kommt eine speziell entwickelte Hochpräzisionswaage zum Einsatz. Ergänzend können elektrische Funktionstests durchgeführt werden, um die volle Einsatzfähigkeit der Bauteile sicherzustellen.
  • Dieses Verfahren bietet eine praxistaugliche Möglichkeit, Bauteilobsoleszenz zu umgehen. Durch die gezielte Wiederverwendung ursprünglich nicht mehr lötbarer älterer Komponenten lassen sich Kosten senken und lange Entwicklungs- oder Qualifizierungszyklen vermeiden.